Anpassung Richtwertmieten per 01.04.2022

Die gesetzlich vorgesehen Erhöhung der Richtwerte wurde 2021 wegen der Pandemie ausgesetzt. Mit 01.04.2022 wurden nun die beschränkten Richtwertmieten um fast 6% erhöht.  Trotz der steigenden Wohnkosten ist derzeit Einfrieren nicht geplant.

Die Richtwertmiete legt den Betrag fest, der bei einem bestimmten Segment der Wohnungen maximal für einen Quadratmeter verlangt werden darf. Betroffen sind Mietverträge für Altbauwohnungen unter 130 Quadratmetern, die ab 1. März 1994 abgeschlossen wurden und die dem Mietrechtsgesetz unterliegen. Auch ein Teil der Wiener Gemeindewohnungen orientiert sich an der Richtwertmiete. Verglichen mit dem allgemeinen Preisgeschehen auf dem Markt kann der Richtwert für günstige Mieten sorgen, in der Praxis kommen in der Regel noch Zuschläge für Ausstattung und Lage zum Mietzins hinzu.

Auf dem privaten Wohnungsmarkt sind laut Schätzungen des Experten Michael Klien vom Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) etwa 240.000 Wohnungen von Richtwertmieten reguliert, bei rund 50.000 weiteren kommt der Kategoriemietzins zur Anwendung, der vor 1994 geschlossene Mietverträge abdeckt. Auf eine wesentlich höhere Zahl an Betroffenen kommt man, wenn man Gemeindewohnungen und gemeinnützige Wohnungen einrechnet. Die Gemeinden können sich nach den Richtwertmieten richten, müssen aber nicht.

Wien besonders betroffen

Durch dieses Aussetzen fällt die heurige Erhöhung besonders deutlich aus. Laut dem Donnerstag veröffentlichten Bundesgesetzblatt zur Änderung der Richtwertmieten beträgt der Anstieg 5,85 Prozent. Dabei hängt es vom Bundesland ab, wie hoch die Erhöhungen sind.

In Wien wird der Richtwert pro Quadratmeter von bisher 5,81 Euro auf 6,15 Euro steigen. Am höchsten ist der Richtwert in Vorarlberg. Hier springt er von 8,92 Euro pro Quadratmeter auf 9,44 Euro. Wien ist aber aufgrund des Faktors Stadt und der hohen Dichte an Altbauten besonders betroffen. Der Kategoriemietzins (bei Altbaumietverträgen, die vor 1994 abgeschlossen wurden) steigt laut Berechnungen der Arbeiterkammer (AK) um 5,47 Prozent. In Salzburg liegt der Richtwert nun bei 8,50 pro Quadratmeter.

ORF.at

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